Landesverbandstag NRW in Münster:
Schornsteinfegerhandwerk positioniert sich als Schlüsselpartner der Wärmewende

Der Landesinnungsmeister Andreas Peeters hat den 77. Landesverbandstag des Schornsteinfegerhandwerks in Nordrhein-Westfalen eröffnet und begrüßte Delegierte sowie Gäste aus Verband und Innungen. Im Mittelpunkt der Beratungen standen die aktuellen energie- und klimapolitischen Rahmenbedingungen, die Weiterentwicklung des Berufsbildes sowie die Stärkung von Ausbildung, Qualität und Öffentlichkeitsarbeit.

Präsident Alexis Gula (Bundesverband) betonte die Bedeutung des Schornsteinfegerhandwerks für die Wärmewende und verwies auf die tägliche Nähe zu den Menschen: Mit über 200.000 Kundenkontakten pro Tag und mehr als 11.000 ausgebildeten Energieberatern sei das Handwerk bereit, Verantwortung zu übernehmen. Zugleich mahnte er, das Schornsteinfegerhandwerk müsse im Gebäudeenergiegesetz (GEG) angemessen berücksichtigt werden, um Beratungs- und Prüfaufgaben langfristig sichern zu können.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Transformation der Branche von der Stellvertreterregelung über neue Aufgaben rund um Wärmepumpen, Effizienzprüfungen und den hydraulischen Abgleich bis hin zu Lüftung und Brandschutz. Technischer Landesinnungswart Andreas Schoßland berichtete u. a. zu Entwicklungen in Bauordnung, Abstandsregelungen, BImSchV sowie zur neuen DIN 18160. Zudem wurde eine sehr hohe Abgabequote der Statistik 2022 von 99,52 Prozent hervorgehoben.

Auch die Fachkräftesicherung stand im Fokus. Landesberufsbildungswart Hans-Eberhard Kopp stellte neue Bildungswege vor, darunter den Bachelor-Studiengang „Erneuerbare Energien“ und warb für eine moderne Ansprache junger Menschen. Die Delegierten unterstrichen die zentrale Rolle der Schornsteinfeger-Akademie in Dülmen als bundesweit bedeutende Bildungsstätte.

In der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wurde ein personeller Wechsel angekündigt, Andreas Kramer beendete seine ehrenamtliche Tätigkeit als Beauftragter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Als Nachfolgerin stellte sich Julia Bothur vor, die den Ausbau der Präsenz insbesondere in Social Media weiter vorantreiben will.

Finanziell schloss der Landesfachverband das Jahr 2022 mit einem positiven Saldo ab. Der Vorstand wurde von den Delegierten einstimmig entlastet. Auch die Haushaltspläne für 2023 (Landesverband und Akademie) wurden einstimmig beschlossen; vorgesehen ist eine Beitragserhöhung um 50 Euro pro Innungsmitglied zur Abfederung gestiegener Kosten und für Investitionen, u. a. in energetische Sanierungen.